Pressemitteilung | 29. September 2026
Universitätsmedizin Göttingen geht neuen Weg bei der Nutzung klinischer Daten
UMG entwickelt ihr Datenintegrationszentrum weiter und führt das international etablierte ADAMS-Modell von MDClone erstmals in der deutschen Universitätsmedizin ein.
Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) führt als erstes Krankenhaus in Deutschland und der Europäischen Union die ADAMS-Plattform von MDClone ein. Die Plattform setzt auf dem bestehenden Datenintegrationszentrum UMG-MeDIC auf und soll die dort bereits zusammengeführten klinischen Daten für Forschung, Versorgung und Qualitätsmanagement einfacher und sicherer nutzbar machen.
Die UMG übernimmt damit ein Modell der Datennutzung, das bereits an internationalen Gesundheitseinrichtungen wie UChicago Medicine, Manchester University NHS Foundation Trust und Sheba Medical Center eingesetzt wird.
„Mit ADAMS übernehmen wir als erste Universitätsmedizin in Deutschland und der EU ein international erprobtes Modell der Datennutzung. Damit wollen wir unsere Dateninfrastruktur noch stärker für unsere Mitarbeitenden nutzbar machen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes, Vorstand Forschung und Lehre und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universitätsmedizin Göttingen.
Klinische Daten eigenständig analysieren
Mit ADAMS erhalten berechtigte Mitarbeitende die Möglichkeit, longitudinale klinische Daten in einem kontrollierten und sicheren Rahmen eigenständig zu explorieren und Fragestellungen zu untersuchen, ohne für jede Analyse auf zentrale IT- oder Analytics-Ressourcen angewiesen zu sein. Daten sollen dadurch schneller für Forschungsfragen, die Weiterentwicklung von Behandlungspfaden, Qualitätsverbesserungen und die Analyse klinischer Prozesse genutzt werden können.
Synthetische Daten für Forschung und Datenschutz
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf synthetischen Daten. Die ADAMS-Plattform kann auf Basis realer klinischer Daten synthetische Datensätze erzeugen, die deren statistische Eigenschaften abbilden, ohne reale Patientendatensätze weiterzugeben. Damit ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten für Forschung, die Entwicklung und Erprobung von KI-Anwendungen sowie für Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und externen Partnern.
„Deutschland hat mit der Medizininformatik-Initiative eine starke Grundlage für die Nutzung klinischer Daten geschaffen. Jetzt geht es darum, aus dieser Infrastruktur möglichst viel Nutzen für Forschung und Versorgung entstehen zu lassen“, sagt Bruno Lempernesse, CEO von MDClone.
UMG-MeDIC wird um neue Nutzungsebene erweitert
UMG-MeDIC wurde im Rahmen der bundesweiten Medizininformatik-Initiative (MII) aufgebaut. Mit ADAMS entwickelt die UMG diese bestehende Infrastruktur weiter und ergänzt sie um eine Nutzungsebene für Forschung, Versorgung und Qualitätsmanagement. Damit sollen die bereits getätigten Investitionen auch über Förderperioden hinaus nachhaltig Wirkung entfalten.
Die vollständige Pressemitteilung enthält weitere Informationen zur Nutzung klinischer und synthetischer Daten, zur ADAMS-Plattform von MDClone sowie zur Weiterentwicklung des Datenintegrationszentrums UMG-MeDIC.