Interviews als PR-Tool: So gelingen starke Gespräche für Ihre Medienarbeit
Interviews gehören zu den vielseitigsten und glaubwürdigsten Content-Formaten in der Pressearbeit. Sie bieten authentische Einblicke, geben Expertenstimmen eine Bühne und machen komplexe Themen greifbarer. Richtig geplant und umgesetzt, sind Interviews gleichzeitig Informationsquelle, Imageinstrument und Reichweiten-Booster.
Was ist ein Interview in der Pressearbeit?
Ein Interview ist ein journalistisches Gespräch zwischen einem Fragesteller (z. B. Journalist, PR-Verantwortlicher) und einer Auskunftsperson (z. B. Geschäftsführer, Experte, Prominenter). Ziel ist es, Informationen, Meinungen oder persönliche Einblicke für eine Veröffentlichung zu gewinnen.
- • Zielgruppenfokus: Fragen und Antworten sind für die Leser der Publikation relevant.
- • Authentizität: Direkte Zitate vermitteln Glaubwürdigkeit und Persönlichkeit.
- • Struktur: Klarer Aufbau (Einleitung – Fragen – Schlusswort).
- • Botschaftsorientierung: Authentizität wahren, aber PR-Ziele nicht aus dem Blick verlieren.
Varianten von Interviews in der Pressearbeit
| Interview-Typ | Merkmale | Einsatzgebiet | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Frage-Antwort-Interview | Frage und Antwort und Wechsel | Print- und Online-Medien | „5 Fragen an die neue CEO der Muster AG“ |
| Porträt-Interview | Erzählform mit Zitaten | Magazine, Unternehmensblog | „Wie Max Mustermann den Maschinenbau neu denkt“ |
| Fachinterview | Fokus auf Wissen und Analyse | Fachpresse, Whitepaper | „Cybersecurity 2025 – Risiken und Lösungen“ |
| Meinungsinterview | Fokus auf Haltung und Bewertung | Tageszeitungen, Debattenformate | „Warum die Energiewende ohne Speicher nicht gelingt“ |
| Event-Interview | Bezug zu Veranstaltung und Termin | Messejournal, Social Media | „Live von der IAA – Stimmen aus der Automobilbranche“ |
Tipp: Für PR-Zwecke kann ein Interview auch als Hybrid-Format gestaltet werden, das Zitate für die Presse liefert und für Unternehmenskanäle aufbereitet wird.
Übersicht: Erfolgsfaktoren für Interviews in der PR
| Kriterium | Erläuterung | Beispiel |
|---|---|---|
| Relevanz | Thema und Person sind interessant für Zielgruppe | CEO-Interview in Fachmagazin |
| Authentizität | Antworten wirken echt, nicht auswendig gelernt | Persönliche Anekdoten |
| Struktur | Logischer Ablauf der Fragen | Von allgemein zu spezifisch |
| Kernaussage | Hauptbotschaft klar herausgearbeitet | „Wir investieren in grüne Technologien“ |
| Mediengerechte Sprache | Keine internen Abkürzungen, klar formuliert | Fachbegriffe erklärt |
| Visuelle Begleitung | Passende Bilder oder Videos | Porträtaufnahme, Arbeitsplatzszene |
Hilfestellung: Beispiele für gelungene PR-Interview-Antworten
- • Fachlich & aktuell: „Künstliche Intelligenz wird den Arbeitsmarkt neu definieren“ – Prof. Dr. Müller im Gespräch über Chancen und Risiken.
- • Persönlich & authentisch: „Ich wollte schon als Kind Ärztin werden“ – Dr. Schneider über ihren Weg in die Kinderonkologie.
- • Strategisch & imagebildend: „Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern Pflicht“ – Hans Müller, Vorstand der Muster GmbH.
„Ein gutes Interview ist kein Verhör – es ist ein Dialog mit Mehrwert für den Leser.“
— Wilhelm Fuchs, PR-Stratege bei JETZT [PR]
Checkliste: So planen und führen Sie ein PR-Interview
- ✅ Ziel festlegen: Welche Botschaft soll beim Leser ankommen?
- ✅ Passenden Gesprächspartner wählen: Relevanz und Glaubwürdigkeit prüfen.
- ✅ Recherche betreiben: Hintergrundinfos zu Person und Thema sammeln.
- ✅ Fragen vorbereiten: Offen, interessant, fokussiert.
- ✅ Logistik klären: Ort, Zeit, Format (Telefon, Video, persönlich).
- ✅ Atmosphäre schaffen: Freundliche Gesprächssituation herstellen.
- ✅ Nachbearbeitung: Zitate prüfen, Text redigieren, Fotos auswählen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Interviews in der Pressearbeit
1. Muss ein Interview immer wortwörtlich wiedergegeben werden?Nein. In der Pressearbeit werden Interviews oft redigiert, um Lesefluss und Verständlichkeit zu verbessern, ohne den Sinn zu verfälschen.
2. Sollte man Interviewfragen vorab schicken?Ja, das ist in der PR üblich, um Planungssicherheit zu geben und die Qualität der Antworten zu steigern.
3. Wie lang sollte ein PR-Interview sein?Online: 800–1.200 Wörter, Print: 500–800 Wörter.
4. Darf man Antworten kürzen?Ja, solange keine sinnentstellenden Änderungen entstehen.
5. Welche Fehler sollte man vermeiden?- • Zu viele Ja/Nein-Fragen
- • Überladen mit Fachjargon
- • Kein roter Faden
- • Fehlende Abstimmung mit dem Gesprächspartner
Ja, sofern keine Exklusivitätsvereinbarungen bestehen. Inhalte ggf. anpassen.
7. Sollte man Interviews mit Video oder Audio begleiten?Unbedingt – Multimedia steigert Reichweite und bietet zusätzlichen Content für Social Media.
