Unternehmen beantworten per Formular einige Fragen und liefern Eckdaten zu ihrem Thema. Danach erstellt die künstliche Intelligenz automatisiert einen fertigen Pressetext.
Was auf den ersten Blick effizient, schnell und wirtschaftlich wirkt, zeigt in der Praxis meist deutliche Schwächen. Denn ein Pressetext ist nicht einfach ein formal korrekt formulierter Informationstext. Er muss Nachrichtenwert haben, faktenreich sein, Inhalte sinnvoll gewichten, journalistische Erwartungen verstehen und sprachlich so präzise sein, dass Redaktionen ihn als relevant wahrnehmen.
Genau das leisten viele Pressetext KI-Generatoren oft nicht. Das Ergebnis sind in der Regel Texte, die zwar wie Pressemitteilungen aussehen, in der Praxis aber häufig austauschbar wirken, inhaltlich zu flach bleiben und für Journalisten damit nicht verwertbar sind.
Viele automatisch erzeugte Pressetexte folgen denselben sprachlichen Mustern: glatte Formulierungen, vorhersehbare Satzbauten, austauschbare Einleitungen und generische Wortwahl. Für Unternehmen mag das zunächst professionell wirken. Für Redaktionen in der Regel es meist standardisiert.
Journalisten lesen täglich eine große Zahl an Presseinformationen. Sie erkennen schnell, ob ein Text redaktionell entwickelt wurde oder ob er aus einem Muster heraus erzeugt wurde. Ein Text kann sprachlich fehlerfrei sein und trotzdem sofort den Eindruck hinterlassen, nicht redaktionell durchdacht worden zu sein.
Ein guter Pressetext entsteht nicht dadurch, dass möglichst viele Informationen abgefragt werden. Entscheidend ist, dass Informationen relevant, faktenreiche und gewichtet sind wie auch im richtigen Kontext stehen.. Genau an dieser redaktionellen Verdichtung fehlt es bei Pressetext-Generatoren – neben der Kenntnis aller Zusammenhänge.
Die Generator-Eingaben von Unternehmen sind damit häufig zu allgemein, zu stark aus der Innenperspektive formuliert und nicht auf Medienrelevanz geprüft. Dies führt zu Texten, die zwar einige Fakten und Aussagen enthalten, aber oft weder Tiefe noch Fokus noch eine tragfähige journalistische Zuspitzung entwickeln.
| Kriterium | KI-Pressetext-Generator auf PR-Portalen | Journalistisch redigierter Pressetext |
|---|---|---|
| Sprache | Formal korrekt, aber oft generisch und erkennbar künstlich | Präzise, glaubwürdig, mediennah |
| Nachrichtenwert | Häufig unklar oder nur oberflächlich herausgearbeitet | Wird aktiv geprüft und geschärft |
| Detailtiefe | Abhängig von oft allgemeinen Eingaben | Recherchiert, verdichtet und sinnvoll priorisiert |
| SEO- und KI-Suche-Eignung | Oft formal optimiert, aber häufig generisch und wenig originell | Bessere Chancen durch substanzielle, originelle und nutzerorientierte Inhalte |
Viele Unternehmen, die Pressetext-Generatoren nutzen, verfügen selbst nicht über die notwendige redaktionelle Erfahrung, um Inhalte so vorzubereiten, dass daraus ein belastbarer Pressetext entstehen kann. Wenn der Input nicht journalistisch gedacht ist, wird auch der Output nicht journalistisch tragfähig sein.
Die entscheidende Frage eines Pressetextes lautet nicht: „Was möchte ein Unternehmen mitteilen?“, sondern: „Warum sollte eine Redaktion das aufgreifen?“ Genau diese Perspektive fehlt generatorbasierten Texten häufig.
Redaktionen suchen keine austauschbaren Unternehmensformulierungen. Sie suchen Informationen mit Substanz, Einordnung und einer klaren Storyline. Wenn Pressetexte nach Schablone klingen, sinken die Chance drastisch, dass sie gelesen geschweige weiterverarbeitet werden.
Für Unternehmen kann KI im PR-Prozess durchaus hilfreich sein – etwa zur Ideensammlung, für erste Strukturvorschläge oder für interne Vorfassungen. Die eigentliche Qualität eines Pressetextes entsteht aber erst dort, wo Themen bewertet, Inhalte journalistisch gewichtet und Aussagen mediengerecht formuliert werden.
Genau an diesem Punkt zeigt sich der Unterschied zwischen automatisierter Texterzeugung und professioneller PR-Redaktion: Nicht die Menge abgefragter Informationen entscheidet, sondern ihre Einordnung, Verdichtung und Relevanz für echte Redaktionen.
Integrierte KI-Pressetext-Generatoren auf PR-Portalen mögen effizient erscheinen, liefern aber meist keine Pressetexte, die journalistischen Ansprüchen wirklich standhalten. Ihre Sprache ist oft zu glatt, zu typisch und für Medien zu leicht als generischer KI-Text erkennbar. Gleichzeitig fehlt häufig die notwendige Tiefe, weil die zugrunde liegenden Informationen ohne redaktionelle Erfahrung selten so aufbereitet werden, wie Redaktionen sie tatsächlich erwarten.
Hinzu kommt: Auch der oft beworbene Vorteil der SEO- und KI-Suche-Tauglichkeit trägt kaum. Nicht die bloße Automatisierung und Keyword-Lastigkeit sorgt für Sichtbarkeit, sondern originelle, hilfreiche und substanzielle Inhalte. Genau daran mangelt es vielen generatorbasierten Pressetexten besonders häufig.
Wer ernsthaft Pressearbeit betreiben will, braucht deshalb mehr als ein Eingabeformular und einen Textgenerator. Er braucht journalistisch ausgebildete PR-Redakteure, die Themen bewerten, Inhalte strukturieren, Relevanz herausarbeiten und Texte so entwickeln, dass sie für Redaktionen und digitale Sichtbarkeit gleichermaßen funktionieren.
„Ein Pressetext wird nicht dadurch relevant, dass eine KI ihn formuliert. Relevant wird er erst dann, wenn journalistisches Denken, redaktionelle Erfahrung und inhaltliche Substanz zusammenkommen.“ — Wilhelm Fuchs, PR-Experte von JETZT [PR]
1. Warum liefern KI-Pressetext-Generatoren meist keine journalistisch relevanten Pressetexte?
Weil sie Informationen zwar sprachlich zusammensetzen, aber meist weder Nachrichtenwert, Priorisierung, Einordnung noch die notwendige redaktionelle Tiefe zuverlässig herstellen.
2. Warum erkennen Journalisten solche Texte oft so schnell?
Weil viele dieser Texte ähnliche Muster, glatte Formulierungen, generische Zitate und austauschbare Strukturen verwenden. Erfahrene Redaktionen erkennen solche Stilmerkmale meist unmittelbar.
3. Reicht es nicht, wenn Unternehmen alle Informationen korrekt eingeben?
Nein. Gute Pressetexte entstehen nicht allein aus vorhandenen Informationen, sondern aus Auswahl, Gewichtung, Zuspitzung und journalistischer Einordnung.
4. Sind KI-generierte Pressetexte automatisch SEO- und KI-Suche-tauglich?
Nein. Sichtbarkeit entsteht nicht durch den KI-Einsatz allein, sondern durch Qualität, Originalität, Nutzwert und erkennbare redaktionelle Eigenleistung.
5. Kann KI im PR-Prozess trotzdem sinnvoll sein?
Ja, vor allem für Ideensammlung, Strukturvorschläge, Rohfassungen oder interne Vorstufen. Die journalistische Endfassung sollte jedoch redaktionell überarbeitet werden.
6. Warum sind journalistisch ausgebildete PR-Redakteure weiterhin wichtig?
Weil sie Nachrichtenwert erkennen, Themen mediengerecht strukturieren, sprachliche Glaubwürdigkeit schaffen und Inhalte so entwickeln, dass sie für Redaktionen tatsächlich relevant werden.