Pressemitteilung | 1. September 2026

RIWA-Rijn: Genehmigungsverfahren müssen den Rhein als Trinkwasserquelle besser schützen

Der Jahresbericht 2025 von RIWA-Rijn zeigt weiterhin Belastungen des Rheins durch Schadstoffe. Besonders bei Genehmigungsverfahren für industrielle Einleitungen sieht die Organisation Handlungsbedarf.

Für fünf Millionen Menschen in den Niederlanden ist der Rhein eine wichtige Trinkwasserquelle. Im Jahr 2025 überschritten 86 gemessene Parameter ein- oder mehrmals die Zielwerte des European River Memorandum. Auch der berechnete Aufbereitungsaufgabe-Index und die Fortschritte beim 30-Prozent-Reduktionsziel zeigen nach Angaben von RIWA-Rijn, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, um die Schadstoffbelastung dauerhaft zu verringern.

Das niederländische Leitungswasser ist sicher und wird kontinuierlich überwacht. Nach Auffassung von RIWA-Rijn ist es jedoch wesentlich effektiver, schwer entfernbare Stoffe gar nicht erst in den Rhein gelangen zu lassen, als sie später bei der Trinkwasseraufbereitung herauszufiltern. Eine zentrale Rolle spielen deshalb Genehmigungsverfahren für industrielle Vorhaben im Rheineinzugsgebiet.

RIWA-Rijn kritisiert, dass industrielle Tätigkeiten genehmigt werden können, obwohl noch nicht vollständig geklärt ist, welche Stoffe über das Abwasser in den Rhein gelangen, welche Auswirkungen sie haben und welche Grenzwerte gelten sollten. Dies betrifft insbesondere Fälle, in denen Abwasser zunächst an eine zentrale Behandlungsanlage eines Industrie- oder Chemieparks abgegeben wird und die abschließende Einleitung in ein Oberflächengewässer Gegenstand eines separaten Genehmigungsverfahrens ist.

Nach Auffassung der Organisation sollten industrielle Tätigkeit, Abwasserbehandlung und abschließende Einleitung deshalb als zusammenhängende Kette betrachtet und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Fluss gemeinsam geprüft werden. Auch bei neu auftretenden Stoffen sieht RIWA-Rijn Handlungsbedarf. Fehlen europäische Wasserqualitätsnormen oder einschlägige Vorgaben zu den Besten Verfügbaren Techniken, können Emissionsgrenzwerte fehlen. Als Beispiele nennt RIWA-Rijn Lithium und neue PFAS-Verbindungen.

Zusätzlich erschwert nach Angaben von RIWA-Rijn der Zugang zu Genehmigungsunterlagen eine frühzeitige Bewertung. Unterlagen liegen teilweise nur für wenige Wochen und nicht digital vor. Vertreter der Organisation müssen deshalb zu deutschen Genehmigungs- und Wasserbehörden reisen, um Papierakten einzusehen. Dadurch sei es schwieriger, mögliche Auswirkungen neuer industrieller Aktivitäten auf Wasserqualität und Trinkwasserversorgung flussabwärts rechtzeitig zu beurteilen.

RIWA-Rijn fordert daher, den Schutz der Trinkwasserquelle bereits zu Beginn eines Genehmigungsverfahrens umfassend einzubeziehen. Genehmigungsanträge und relevante Umweltdaten sollten zudem rechtzeitig, zentral und digital zugänglich sein.

„Was stromaufwärts nicht in den Rhein eingeleitet wird, muss stromabwärts auch nicht wieder herausgefiltert werden“, sagt Gerard Stroomberg, Direktor von RIWA-Rijn. Eine vollständige Genehmigungspraxis sei deshalb ein wesentliches Instrument zum Schutz des Rheins als Trinkwasserquelle.

Die vollständige Pressemitteilung enthält weitere Informationen zum RIWA-Rijn-Jahresbericht 2025, zu industriellen Genehmigungsverfahren und zum Schutz der Wasserqualität des Rheins.

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